Archiv für die Kategorie ‘Bodenentseuchung’

Effektive Bekämpfung von Erdmandelgras mit heissem Dampf

Dienstag, 21. Juni 2016

Am 17.06.2016 stellte die Forschungsgruppe Extension Gemüsebau des schweizer Agroscope Instituts mehre Bekämpfungsmaßnahmen gegen das Erdmandelgras (Cyperus esculentus) vor.  Darunter als eine der effektivsten Maßnahmen das Dämpfen.

Dabei wurden drei verschiedene Dämpfmethoden: Das Haubendämpfen, das Foliendämpfen und das Haufendämpfen per Dämpfförderband in Kooperation mit mehreren Partnern, darunter auch die MSD AG Durbach, erfolgreich getestet.

Dämpfhauben zur effektiven Flächenbehandlung
Dämpfhauben zur effektiven Flächenbehandlung

Bei den zwei Flächendämpfverfahren (Haube und Folie) wurden die Mandeln bis in eine Tiefe von ca. 25cm vollständig abgetötet, was einem Wirkungsgrad auf der Gesamtfläche von ca. 95% entspricht. Nach dem Dämpfen wurden die mit Heißdampf behandelten Flächen beobachtet. Triebe aus tiefer gelegenen Mandeln, die der Dampf nicht erreicht hat, konnten im Anschluss problemlos maschinell oder chemisch abgetötet werden. Beim Haufendämpfen z.B. per Dämpfförderband wurde die mit Erdmandeln verseuchte Erde vollständig ausgehoben und mit Dampf behandelt.

Geblähte Dämpffolie
Geblähte Dämpffolie

Eine vollständige Abtötung von Erdmandelgras konnte bereits bei 75°C Bodenhitze erreicht werden. Es wird empfohlen, dass die Hitze mindestens 15 min gehalten wird, um ein sauberes Ergebnis zu erhalten.
Nähere Informationen sind im Merkblatt „Mit Dampf erste Befallstellen tilgen“ auf www.agroscope.ch ab Juli 2017 zu entnehmen.

Merkblatt zur Bekämpfung des Erdmandelgrases „Mit Dampf erste Befallsstellen tilgen“

Neue Dämpfanlage in Vietnam in Betrieb

Dienstag, 19. April 2016

Im ersten Quartal 2016 wurde bei einem der national größten Saatgut Produzenten in Vietnam eine mobile Dämpfanlage zur Sterilisierung von Substraten und Böden in Betrieb genommen.  Das führende Unternehmen setzt zum ersten Mal das sehr kostengünstige Sandwich-Dämpfverfahren mit einer Stachelhaube ein, um unter Folienhäusern Mutterboden bis auf eine Tiefe von 25cm zu hygienisieren und damit diesen von Unkräutern und bodenbürtigen Krankheiten vollständig zu befreien.

Sandwich-Dämpfung mit zwei Stachelhauben
Sandwich-Dämpfung mit zwei Stachelhauben

Hierbei kommen zwei manuell versetzbare Dämpfhauben mit einer Abdeckfläche von jeweils 8m² und 20cm tiefen speziellen Hohlstacheln zum Einsatz. Die beiden Hauben werden parallel eingesetzt und alternierend versetzt. Dabei wird ein Dampfkessel mit einer Dampfleistung von 400kg pro Stunde genutzt.  Die Flächenleistung des Systems beträgt bis zu 400m² pro Arbeitstag, wobei der Boden binnen 7 Minuten auf mehr als 80°C bis in eine Tiefe von 25cm erhitzt wird.

Dämpfen von Kokostorf in zwei Dämpfbunkern mit Absaugsystem und Dampfkessel der Firma MSD GmbH (links)
Dämpfen von Kokostorf in zwei Dämpfbunkern mit Absaugsystem und Dampfkessel der Firma MSD AG (links)

Neben dem Dämpfen von Fläche im Sandwich-Dämpfverfahren per Stachelhaube hygienisiert das Unternehmen auch große Mengen von Kokostorf-Substrat. Hierfür wurden spezielle Dämpfbunker mit einem Absaugsystem gebaut und  neu in Betrieb genommen. Die Absaugung erfolgt über ein spezielles Drainagesystem im Boden der einzelnen immobilen Boxen. Auch hierzu wird ein fahrbarer Dampfkessel Typ „S 350“ der Firma MSD mit einer Dampfleistung von 400kg/h eingesetzt. Das System arbeitet mit höchster Effizienz und ist in der Lage, in einer Stunde bis zu 16m³ Kokostorf vollständig bei einer Zieltemperatur von etwas über 80°C zu reinigen. Der Heizölbedarf liegt auf Grundlage hauseigener Messungen bei durchschnittlich ~19L/h.

Sandwich-Dämpfmethode mit 0,30 €/m² sogar günstiger als chemische Bodenentseuchung!

Donnerstag, 31. Dezember 2015

In Alicante wurde nun zum ersten Mal auf der iberischen Halbinsel eine MSD-Sandwich-Dämpfhaube in Betrieb genommen. Dank der innovativen Stachelhaubentechnik, bei der gleichzeitig oberflächlich sowie in der Tiefe gedämpft wird, kann  bis zu 50% mehr Heißdampf in den Boden eingebracht werden.

Das Ergebnis ist eine weitere signifikante Senkung der Energiekosten sowie Dämpfzeit.

Mit den neuen Stachelhauben von MSD AG kann bei guten Bedingungen (kaum feuchter Boden, der nicht zu lehmig ist etc.) mit lediglich ca. 8,5kg Dampf/m²  in 10min  eine Temperatur von ca.85-90°C bis in 20cm Tiefe erreicht werden. Der Boden ist danach rückstandsfrei ohne Chemie hygienisiert.

Minibagger versetzt Stachel-Dämpfhaube
Minibagger versetzt Stachel-Dämpfhaube

Dank der derzeit dauerhaft geringen Heizölpreise kann damit 1 m² Anbaufläche mit 30 Cent (entspricht 3.000 Euro/ha) Heizölkosten vollständig bis zu einer Tiefe von 20cm gegen Bodenkrankheiten, -müdigkeit sowie Unkraut behandelt werden.

Die Stachelhaube wird in Spanien über einen Minibagger mühelos mit geringem Personal- und Kraftaufwand versetzt. Insgesamt werden mit diesem effizienten Dämpfsystem monatlich ca. 1.800 m² behandelt. Der Betrieb hat die Möglichkeit über eine zweite Stachelhaube mit dem zur Verfügung stehenden MSD Hochleistungskessel Typ S 750 bis zu 4.000m² monatlich auf diese Weise zu hygienisieren.

Englischer Salat-Anbaubetrieb setzt auf neues halbautomatisches Dämpfhauben-System

Dienstag, 22. September 2015

Einer der renomiertesten und modernsten Babyleaf-Salatanbaubetrieben mit Sitz in Westengland setzt nun Dampf zur Hygienisierung der Anzuchtböden unter 17ha Glas ein.
Dies wird ermöglicht durch eine Neuentwicklung der Firma MSD AG, Durbach, bei ihren Spezial-Dämpfhauben.

Drei-Gliedrige-Spezial-Dämpfhaube mit einklappbaren Aussenpartien und hydraulischem Stützfahrwerk
Drei-Gliedrige-Spezial-Dämpfhaube mit einklappbaren Außenpartien und hydraulischem Stützfahrwerk

Die Spezialdämpfhaube wurde derart konzipiert, dass Sie problemlos in den beengteren Verhältnissen der Gewächshäuser eingesetzt werden kann. Dies wurde damit erreicht, dass die Dämpfhaube aus drei Teilen besteht, wobei die äußeren Glieder sich hydraulisch ein- und ausklappen lassen. Diese Technik ergänzt mit einem intelligenten halbautomatischen Stützfahrwerk ermöglicht es, dass lediglich ein Mann zum Bedienen des Systems, insbesondere für das Versetzen der Hauben nötig ist. Die Anlage kann bis zu 1.000 m² Fläche in eine Tiefe von maximal 15 cm am Tag mit Heißdampf bei mehr als 80°C hygienisieren. Der Heizölverbrauch liegt dabei derzeit bei ca. 0,65L/m².

Hochleistungs Dampfkessel der Firma MSD GmbH, Durbach mit Dampfzuführsystem
Hochleistungs Dampfkessel der Firma MSD AG, Durbach mit Dampfzufuhrsystem

Als Dampferzeuger kommt ein Hochleistungs-Dampfkessel der Firma MSD AG, Durbach zum Einsatz. Der Dampf wird hauptsächlich mit Ausnahme der letzten 15 m mit einem Dampfrohrsystem zur Dämpfhaube geleitet. Dadurch muss der mobile Dampfkessel lediglich ein Mal pro Gewächshaus-Schiff versetzt werden, dass die Effizienz der Dämpfmethode nochmals optimiert.

In Südafrika wird ein weiteres Dämpfsystem mit Stachelhauben eingesetzt

Donnerstag, 20. August 2015

Auf einer 40ha großen Farm eines namhaften Blumenzüchters in der Nähe von Johannisburg im ersten Halbjahr diesen Jahres auf ein neues Dämpfsystem umgestellt. Dabei wurde der Gartenbaugroßbetrieb von dem renommierten Berater, Herrn Marten Barel, unterstützt.

Das seit langer Zeit im Einsatz befindliche, auf Kohle als Brennstoff basierende stationäre Dämpfsystem wurde nun komplett überarbeitet und von einem mobilen Dämpfsystem der Firma MSD AG aus D-Durbach ersetzt. Schon alleine durch den Einsatz des modernen Dampfkessels, der auf Basis von fossilen Flüssigbrennstoffen Heißdampf mit einem Wirkungsgrad von knapp 96% erzeugt, wurde der Energieverbrauch auf 0,4L Heizöl pro m² gesenkt.

Stachel-Dämpfhaube auf Rollen mit hydraulischer Hebevorrichtung
Stachel-Dämpfhaube auf Rollen mit hydraulischer Hebevorrichtung von der Firma MSD AG Durbach

Dabei wird mit einem sehr effektiven Dämpfsystem der Heißdampf in die Erde gebracht. Mit einer Stachelhaube wird im Sandwich-Dämpfverfahren gleichzeitig oberflächlich wie bis in eine Tiefe von 25 cm Dampf injiziert. Die Haube ist eine Spezialanfertigung, die sich über ein hydraulisches System selbständig heben und senken kann. Das System wird auf Rollen mit einer Winde durch das Gewächshaus gezogen. Der Dampfkessel wurde zudem auf ein niedrigeres Fahrgestell gebaut, das es erlaubte, die Gesamthöhe auf gerade einmal 1,8m zu reduzieren.

Video zur Veranschaulichung der Funktionsweise der Stachel-Dämpfhaube im Einsatz (hier klicken)

Hochleistungs Dampfkessel der Firma MSD GmbH, D-Durbach, mit tiefer gelegtem Fahrgestell zur Reduktion der Gesamthöhe um mehr als 40cm.
Hochleistungs Dampfkessel der Firma MSD AG, D-Durbach, mit tiefer gelegtem Fahrgestell zur Reduktion der Gesamthöhe um mehr als 40cm.

Bei der Dämpfung wird binnen ca. 6-7 Minuten eine Temperatur von über 80°c erreicht, was ausreichend, um den Boden zu hygienisieren und so Krankheiten und Unkräuter zu beseitigen.

Vulkanisches Bims-Substrat wird in Ost-Afrika mit Heißdampf recycelt

Sonntag, 05. Mai 2013

In Kenia wird nun mit heißem Dampf das auf vulkanischem Bims-Gestein basierende Substrat recycelt und dadurch wiederverwendbar gemacht.

Der Schutz vulkanischer Böden hat es nun in Kenia notwendig gemacht, die zur Verfügung stehenden Mengen an Bims-Substrat bei mehreren Gartenbaubetrieben, insb. aus der Blumenzucht, einem Wiederverwertungsprozess zuzuführen. Dampf hat sich als geeignetes Mittel hierfür herausgestellt. Dabei werden große Spezial-Container mit einem ausgeklügelten Drainagesystem ausgestattet und darin das Dämpfgut mit Heißdampf gereinigt.

Die Spezial Dämpfcontainer von der Firma Barel BV, NL-Veldhoven, werden befüllt.
Die Spezial Dämpfcontainer von der Firma Barel BV, NL-Veldhoven, werden befüllt.

Mit diesem Verfahren werden 16m³ Bimsgestein in einer Stunde hygienisiert und damit erneut nutzbar gemacht.  Nach der Dämpfung ist das Substrat vollständig von Krankheiten, Schädlingen, Samen und/oder keimfähigen Pflanzenteilen befreit.

Spezial Dampfkessel der Firma MSD AG, D-Durbach, erzeugt auf 200°C überhitzter Heißdampf
Spezial Dampfkessel der Firma MSD AG, D-Durbach, erzeugt auf 200°C überhitzter Heißdampf

Das vulkanische Substrat zeigt sich dabei als ideales Dämpfgut. Der Heizöleinsatz pro Stunde beläuft sich auf lediglich 16-18 l. Aufgrund der idealen Beschaffenheit von Bims sind folglich nur ca. 12-15 kg Dampf pro m³ nötig, um eine Temperatur von mehr als 80°C zu erreichen und damit ein optimales Hygienisierungsergebnis zu erzielen.

Südafrika entdeckt die Wirkung von Heißdampf als Ersatz von Methylbromid

Dienstag, 25. September 2012

Timbali Technologie-Inkubator ist das erste Landwirtschaftsunternehmen in Südafrika, neue Technologien, eine Moeschle Boiler, die unter Verwendung der schädlichen chemischen Methylbromid (MeBr) mit Dampf zu räuchern und zu desinfizieren Boden vor neuen Pflanzen angepflanzt ersetzen wird einzuführen.Methylbromid ist ein geruchloses, farbloses Gas, das als Bodenbegasungsmittel benutzt worden ist, um alle Boden-Krankheiten in einem breiten Spektrum von landwirtschaftlichen Sektoren, einschließlich der Blumen- und Gemüsezucht durch Timbali der Agrar-Unternehmen praktiziert steuern.

Der Timbali Technologie-Inkubator ist das erste Landwirtschaftsunternehmen in Südafrika, das einen (MSD / Moeschle) Dampfkessel einsetzt , um  das schädliche chemische Bodenentseuchungsmittel Methylbromid (MeBr) vollständig zu ersetzen und stattdessen heißen Dampf zur vollständigen Entseuchung seiner Böden und Substrate für die Züchtung neuer Pflanzen verwendet.

Methylbromid ist ein geruchloses, farbloses Gas, das als Bodenbegasungsmittel von Timbali, insbesondere auch bei der Blumen- und Gemüsezucht, in der Vergangenheit generell benutzt worden ist, um alle Boden-Krankheiten in einem breiten Spektrum zu behandeln.

Weil Methylbromid die Ozonschicht der Stratosphäre massiv schädigt sowie für die menschliche Gesundheit sehr bedenklich ist, sollte bis Januar 2005 die Nutzung vollständig auslaufen. Afrika hinkt bis dato dabei stark hinterher. Nun besteht eine Nachfrist für die Umsetzung das Auslaufen der Nutzung von MeBr bis zum Jahr 2015. Danach ist dessen Einsatz als Bodenentseuchungsmittel nach dem Montrealer Protokoll auch in Südafrika verboten.

Haubendämpfen bei Timbali, Südafrika
Haubendämpfen bei Timbali, Südafrika

Timbali zeigt nun Pioniergeist und ist das erste Unternehmen, dass einen MSD Dampfkessel im Gartenbau zur Hygienisierung von Böden einsetzt.  Dabei wurde Timbali von seinem Partner Eskom unterstützt.

Mobiler Hochleistungs-Dampfkessel der Firma MSD AG, D-Durbach, mit 200°C Heißdampf im Einsatz
Mobiler Hochleistungs-Dampfkessel der Firma MSD AG, D-Durbach, mit 200°C Heißdampf im Einsatz

Eine Reihe von Landwirten haben Timbali am 29. August besucht, um die neue Maschine sowie die eingesetzten Dämpfmethoden (vorwiegend Haubendämpfung) kennen zu lernen. Der Dämpf-Spezialist Marten Barel, führte den Dampfkessel vor und erklärt alle Vorteile und Funktionsweisen an die Teilnehmer.

Timbali möchte nun diese Technik in Südafrika weiter publik machen und damit auch die Entwicklung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft unterstützen.

Video von Timbali zur Einführung der Dämpftechnik (hier klicken)

Dampf ist auch heiße Sache für Reben

Montag, 30. April 2012

Vergangenes Jahr hat das Dienstleistungszentrum für den ländlichen Raum des Landes Rheinland Pfalz zum ersten Mal Rebflächen gedämpft, um den Effekt dieser Bodenhygienisierungsmethode auf junge Reben zu untersuchen.

Die Ergebnisse wurden nun vorgestellt. Es zeigte sich, dass heißer Dampf signifikant das Triebwachstum der Pflanzen steigert.

Dämpfen steigert signifikant das Triebwachstum von Reben (Quelle: DLR Rheinland Pfalz, Schifferstadt)
Dämpfen steigert signifikant das Triebwachstum von Reben (Quelle: DLR Rheinland Pfalz, Schifferstadt)

Zur klären bleibt noch, ob nach einer Heißdampfbehandlung auch der Rebenanwuchs signifikant verbessert werden kann. Insbesondere in stark bewirtschafteten Böden, die stark von Krankheiten (z.B. Pilze, Bakterien, Nematoden) befallen oder von Bodenmüdigkeit betroffen sind, könnte für Rebschulen mit dem Dämpfen eine profitable Sanierungsmethode entwickelt werden.

Unter der Leitung von Matthias Zink startet das DLR Rheinland Pfalz in Schifferstadt hierzu im Mai diesen Jahres gemeinsam mit dem Dämpf-Spezialisten MSD GmbH (Möschle-Seifert-Dämpftechnik) eine weitere Versuchsanordnung. Die Ergebnisse werden in einem Jahr erwartet.

Heißer Dampf zeigt optimale Wirkung gegen Phytopathogene auch in Farbenfabrik

Sonntag, 01. August 2010

Die Herstellung umweltfreundlicher Farben bedingt ein Höchstmaß an Hygiene, um eine optimale Produktqualität zu gewährtleisten.  Einer der führenden Spezialfarbenhersteller in Deutschland, die Firma Schulz GmbH, Farben- und Lackfabrik im rheinland-pfälzischen Langenlonsheim,  hat nun Dampf als Sterilisationmittel für sich entdeckt, um nach der Produktion biologischer Farben die Lagertanks vollständig zu desinfizieren.  Im Fokus stehen insbesondere Bakterien der Gattung Pseudomonas, von denen die Behälter gänzlich befreit werden müssen.

Mitte Juli 2010 fanden einführende Dämpf-Tests unter Laborbeobachtung der Firma Thor GmbH, in Speyer statt. Hierbei kam ein Dampferzeuger der Firma MSD- Möschle mit einer Leistung von 220kg Dampf/h zum Einsatz. Der Dampf wurde über eine spezielle Leitung in die Tanks geführt, wobei die ~8m³ großen Tanks jeweils ca. eine halbe Stunde gedämpft wurden.  Über einen speziell entwickelten Injektor wurde der Dampf von unten eingeführt, die anfallenden 110 Liter  Kondensat flossen wiederum am Boden über die Ausfuhrstutzen ab.

Die Ergebnisse wurden in der vergangenen Woche von der Firma Thor bestätigt. Die Dämpfung hat eine vollständige Hygienisierung der Lagerbehälter bewirkt. Nach der Heißdampfbehandlung konnten keine Bakterien mehr festgestellt werden. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Untersuchungen prüft nun die Firma Schulz GmbH eine feste Dämpfanlage im Unternehmen zu installieren.

Universität von Kalifornien erprobt Dämpfverfahren und Vollautomat

Freitag, 12. Februar 2010

Der bevölkerungsstärkste Bundesstaat der USA gehört zu den großen Anbaugebieten von Beeren-Kulturen und Blumen. Vor der internationalen Ächtung wurden die Böden fast ausschließlich mit Methyl Bromid hygienisiert, um sie von Krankheiten und Unkräutern zu befreien. Heute sucht man nach dem Verbot der gesundheits- und klimagefährdenden Chemikalie mit Hilfe der Forschung händeringend nach Alternativen.

Seit 2007 experimentiert die Universität von Kalifornien in Salinas intensiv mit verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten der Dämpftechnik, die bis dato, obwohl in den Vereinigten Staaten Ende des 19. Jahrhunderts weiterentwickelt, stark in Vergessenheit geraten ist, heute aber wieder im Fokus des Interesses steht.

Die Ergebnisse sind viel versprechend. Bei Versuchen wurde gezielt Dämpfmethoden mit dem Einsatz von Methyl Bromid sowie Solarisation verglichen – Zudem wurde ein Kombinationsverfahren mit Heißdampf und Solarisation getestet, bei dem der Boden vorerst mit einer isolierenden Folie abgedeckt und so rein durch Sonneneinstrahlung aufgeheizt wurde bevor dann zur Tiefenwirkung noch Heißdampf eingeführt wurde.

Die pure Behandlung des Bodens mit Dampf führte zu den besten Ergebnissen. Insbesondere in Bezug auf die Bekämpfung von Unkraut und Unkratusamen, wo das Dämpfen selbst die hervorragenden Resultate von Methyl Bromid toppte. Gleiches gilt für das durchschnittliche Fruchtgewicht. Gegenüber der Kontrollfläche konnte das Fruchtgewicht und damit der Ertrag um mehr als 25 % gesteigert werden.

Diese positiven Befunde führen nun dazu, dass die Universität von Kalifornien weitere Schritte insbesondere in Bezug auf die praktische Anwendung der Dämpftechnik bei Großerzeugern geht. Hierfür wurde Ende 2009 aus Europa ein „Sterilter“ Vollautomat, ein Produkt der italienischen Firma Ferrari Construzioni in Kooperation mit der MSD GmbH, D-Durbach, eingeführt. Mit diesem Vollautomat werden nun weitere Versuche gestartet, um konkrete Anwendungsverfahren zu erproben und weiterentwickeln zu können.

Dämpfroboter für ungespurte Flächen als Raupenfahrzeug
Dämpfroboter für ungespurte Flächen als Raupenfahrzeug

Video Youtube: Dämpf-Vollautomat auf Raupenfahrzeug im Folientunnel